• 20. - 22. September 2020
  • Brandboxx Salzburg

Kreislaufwirtschaft: Recycelbare Mode gegen Fast Fashion

Die Kooperation der Modeschule Hallein und der Lenzing AG ermöglicht neue Recyclingprozesse durch nachhaltige Designstrategien.

 

Text von Verena Raffl, Team Lead, Content- & Brand Manager

©Modeschule Hallein, Lenzing AG
Mode aus recycelbarem Refibra Stoff 

Mit dem Projekt „Mode und die Kreislaufwirtschaft“, schiebt die Modeschule Hallein gemeinsam mit der Lenzing AG der „Fast Fashion“-Industrie den Riegel vor. Ziel ist es, Produkte neu zu erfinden und wiederzuverwerten. Dadurch soll Abfall und Verschmutzung auf ein Minimum reduziert und das Modell der Konsum- und Wegwerfgesellschaft abgelöst werden. Speziell die Modebranche ist von der Wegwerfkultur betroffen, mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Immer mehr Konsumenten und Produzenten verschreiben sich deshalb der Zero-Waste-Philosophie. So auch die Kollektion von Juliana Eisl und Georg Aldrian, der Modeschule Hallein, die nicht nur durch auffälliges Design, sondern auch durch einzigartige Qualität und der Anspruch der kompletten Recycelbarkeit besticht. 

 

Recycelbare Materialien sind en vogue

Grund genug für die Studenten und Studentinnen des Modedesignkollegs Hallein, ein neues Konzept für das Rezyklieren von Baumwolle zu entwickeln. In ihrem Schwerpunkt „nachhaltige Designstrategien“ werden unter anderem Themen wie die faire Produktion von Kleidung und damit verbundene neue Ansätze entwickelt. Die aktuelle Verarbeitung von Kleidung aus Baumwolle erfolgt zum einen aktuell fast ausschließlich mit Nähgarn und Polyester. Diese Nähte müssen vor dem Recyceln in mühsamer Handarbeit entfernt werden. Aufgrund dessen ist ein neuer Ansatz gefragt. Zum anderen war es Ziel des Projektes, innovative und moderne Kollektionen aus den Refibra Stoffen der Lenzing AG zu kreieren und im Design das Thema der Kreislaufwirtschaft zu transportieren. Die Refibra-Faser ist die erste Cellulosefaser, die neben Holz als Rohstoff zugleich auch Baumwoll-Recycling-Materialien verwendet.

 

Nachhaltig produzierte Kleidung

Im Mittelpunkt der Kollektion steht neben den recycelbaren Stoffen, auch die Kommunikation der Vorteile dieses geschlossenen Kreislaufs an den Konsumenten.

„In der gesamten Kollektion wurde darauf geachtet, dass von der Faser bis zu den Knöpfen oder Hangtag, ausschließlich Materialien eingesetzt werden, die entweder biologisch abbaubar sind oder nach Ableben wieder zu Refibra weiterverarbeitet werden kann“, schildert Studentin Juliana Eisl. Wie der Name bereits erahnen lässt, wird im Kreislaufmodell der Abfall zur Ressource und ist daher eine der nachhaltigsten Varianten in der Produktion von Kleidung. Bereits bei der Produktion stellt sich die Frage über die Wiederverwendung und den biologischen Abbau um Umweltressourcen zu schonen und Müll zu vermeiden. Das Ergebnis ist eine Streetwear taugliche Mode, die für sich selbst spricht und auf spielerische Weise auf den Recyclingprozess der innovativen Faser hinweist.

 

Soziale Verantwortung

Michael Sellinger, Fachvorstand für Mode an der Modeschule Hallein, erklärt abschließend zum Projekt: „Mit neuer Kleidung geht auch eine Verantwortung einher. Die Verbraucher entscheiden, welche Kleidungsstücke verkauft werden, wie lange sie in Gebrauch sind, wie sie wiederverwendet und rezykliert werden oder ob sie allzu früh auf einer Müllhalde landen. Als Modeschule wollen wir mit solchen Projekten einen Beitrag zu einer positiven, nachhaltigen Veränderung leisten und unsere Studenten speziell in diesem Bereich Know-how mit auf den Weg in Berufsleben geben.“