• 30. Aug - 01. Sept 2019
  • Messezentrum Salzburg

Aktuelle Pressemitteilung

S C H L U S S B E R I C H T

Tracht & Country 2019 in Salzburg

Mix aus Tradition und Moderne zieht an

DIE MODISCHEN TRENDS: Zurück zum Ursprung

Reed Exhibitions/Andreas Kolarik

SALZBURG (5. März 2019). – Während der aktuelle Winter bei frühlingshaften Temperaturen eine kurze Pause einlegte, warf die nächste Herbst- und Wintersaison ihre Schatten voraus. Denn vom 1. bis 3. März führten auf der Tracht & Country im Messezentrum Salzburg 260 Aussteller* aus dem In- und Ausland vor, was modisch im alpinen Lifestyle in der kalten Jahreszeit 2019/2020 angesagt sein wird. Und das war exakt 3.782 Fachbesuchern die Reise nach Salzburg wert, ist doch die Tracht & Country seit Jahrzehnten die international bedeutendste Fachmesse der Trachtenmode und des alpinen Lifestyles. Parallel fand im Messezentrum Salzburg die gleichfalls von Reed Exhibitions organisierte creativ - Die Stadt der Ideen statt, Österreichs einzige Ordermesse für die Geschenkartikel-, Wohnaccessoires- und Lifestylebranche. Beide Fachmessen konnten von den Händlern wechselseitig besucht werden.

Branche setzt auf die Tracht & Country

„Die Tracht & Country und auch deren Pre-Show Tracht & Country Premiere sind die Messeheimat der Branche. Denn die Tracht & Country zeichnet sich durch Dynamik und Vitalität aus. Diese rührt aus der einzigartigen Symbiose von Tradition und kreativen, modernen Impulsen her. Etablierte Anbieter, darunter das Who-is-Who der Branche, treffen hier alljährlich zwei Mal auf junge Designer, die das Thema Tracht und alpiner Lifestyle auf neue, kreative und unkonventionelle Art interpretieren. Daraus bezieht die Messe ihre Stärke und eben auch ihre einzigartige internationale Stellung. Denn diese Bandbreite, von der Tradition bis zum modernen alpinen Lifestyle, macht dieses Modesegment so attraktiv und vital,“ sagt Dietmar Eiden, für B2B-Messen verantwortlicher Managing Director bei Veranstalter Reed Exhibitions.

Hochkarätige internationale Einkäufer

Dank intensiver internationaler Bewerbung waren auch diesmal wieder zahlreiche internationale Einkäufer und Fachhändler nach Salzburg gekommen; aus der Schweiz, aus Frankreich, Südtirol, Australien, Belgien, Schweden und Großbritannien sowie Stammeinkäufer aus den USA und aus Canada. Von authentischer Tracht, hochwertiger Mode, elegantem Leder, feinster Woll-, Walk- und Strickwaren bis hin zur alpinen Freizeitbekleidung – auf der Tracht & Country war auch dieses Mal für jeden Geschmack und Anlass etwas dabei.

24 Erstaussteller

Rund um den Fachmesse-Kern, die traditionelle und stylische alpine Mode, ergänzten wieder stimmige Accessoires aus dem Fashion- und Einrichtungsbereich das Produktangebot. Dabei nahmen insgesamt 24 Labels die Chance wahr, erstmals auf der Tracht & Country Einkäufer und Geschäftsinhaber von ihren Kreationen zu überzeugen; darunter befanden sich klingende Namen wie ABN INTERNATIONAL, Anders'd Tracht, AR-DECO Seide + Pelz, Belisama, Blusenkontor, Die Muthasen, ESCAPULARIO, FEDER ROCK GmbH, Grenz/gang - Südtirol /Allgäu, Henkenjohann & Sander Der Originale Blaudruck, herzig - Lieblingsstücke aus Wolle, HOLLINGER'S TRACHTENZUBEHÖR, HUTKÖNIGIN, Ibini SchmuckundWerk, Iggi Fashion, KokoKarma, Kultkluft GmbH, MON CHER, PaperBagPoint, PlatzHirsch, SCHMUCKRAUSCH, SYO Creation, TrachtenGAUDI oder XAVER LUIS.

Gelungener Branchenabend & Foodtrucks

Ein gesellschaftlicher Treffpunkt war der gemeinsame Branchenabend von Tracht & Country und creativ am Ende des ersten Messetages. Mehr als 400 Gäste nutzten diesen Sideevent in entspannter Atmosphäre zum Networking und Socializing.

Die erstmals auf der Tracht & Country eingesetzten Foodtrucks waren mitten ins Messegeschehen integriert und verlockten die Fachbesucher mit zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten zum Genießen. Rundum gab es gemütliche Sitzmöglichkeiten, die zum Verweilen und Relaxen einluden. 

Der nächste Messe-Branchentreff ist bereits fixiert. Am 16. und 17. Juli heißt es in der Brandboxx Salzburg „Tore auf zur Tracht & Country Premiere“.

DIE MODISCHEN TRENDS: Zurück zum Ursprung

Die Trachtenmode zeigt vor, wie ewiges Leben geht. Beginnen wir mit den Dirndln. Für Herbst/Winter 2019/20 werden sie schlichter, ursprünglicher, zurückhaltender und irgendwie auch „echter“.

Raffinierte Schlichtheit

Keine Ausreißer, wohl aber verdeckte Raffinesse. Nichts Grelles, wohl aber klare Farbigkeit mit mittleren Rottönen, Naturschattierungen von Sand über Beere bis Schilf und Oliv. Auch die Längen der Dirndlröcke sind gemäßigt – von einigen Minidirndln und seltenen über Knie langen Modellen abgesehen.

Die Liebe zur Verzierung zeigt sich an den Oberteilen mit Seidenband-Schnürungen, Ausschnittborten, besonderen Knöpfen. Die Schürzen werden generell schlicht, etwa uni in Taft, eventuell mit Biesen abgesteppt, mit feinsten Musterungen oder mit Saumspitze. Spitzenschürzen mit Mustern am Saum oder ganzflächigen floralen Mustern behaupten ihren Fixplatz. 

Einige Beispiele: Dirndl in Jacquardgewebe sind gefragt, in Dunkelrot plus Grau oder Schlamm oder Silber, Dirndl in grünen Hell-Dunkel-Varianten, Schilf mit Rosa, Ecru mit Himbeere, Beige mit Olive, Grau plus Weiß mit feinen Streifen. Häufig zeichnen dunkle Kontrastpaspeln die Figur nach. Oder ganz anders: kunterbunte Blümchen auf knallrotem Grund oder bunte Stickblumen auf Schwarz, folkloristisch gestylt, mitunter zusätzlich mit Samtbändern, Straß, Perlen und Rüschen aufgepeppt.

Ansonsten meist weich fallende Röcke in Viskose oder feinem Wollstoff, etwas kompakter die Röcke in leichter Kuppelform, die dank Petticoats bei jedem Schritt mitschwingen.

Die Komfortable mit dem guten Sitz

Die „Krachlederne“ der Herren von einst ist weich, komfortabel und stylisch geworden, mit perfektem Sitz, bis knapp überm Knie, teils an der Außenseite etwas verlängert, mal dezent, mal recht farbenfroh bestickt. Unauffällige oder Neon farbige Bänder regulieren die Weite am Saumschlitz. Extra young: betont hüftig und im Schritt hängend geschnitten. Die Oberflächen sind durchwegs auf alt getrimmt, Patina muss sein, ob bei dunklen oder hellen Lederhosen, bei Rindenbraun, Nussholz oder neuem, weichem Kieselgrau (hier hebt sich die Stickerei in Weiß ab).

Kombiniert wird mit alpin bis frech bedruckten Shirts und Hoodies. Oder klassisch mit Hemden, diesmal wieder zahlreich in uni, edlen Gilets in Webmustern oder steirischem Grau mit Grün und glänzendem Taft-Rücken und dazu Lodenjoppen oder Lederjacken in trachtiger Schnittführung.

Ultraknapp und wollig kombiniert

Auch Damen schlüpfen in Bermuda-lange oder Hotpants-kurze Lederhosen oder ultraknappe Pants in Lederoptik, hochelastisch und hauteng sich anschmiegend. Dazu sportive Shirts und Strick, der für beiderlei Geschlechter sehr edel und aufwändig daherkommt. Grobstrick aus den Alpen oder Klassiker aus Irland oder die mit Sternen, Rauten und Zacken im Farbkontrast gemusterten Norwegischen Pullover harmonieren mit Leder und Loden. Manche geben ihr Rot-Weiß-Rot-Statement mit Wappen ab, andere punkten durch Rippe, Aranmuster und Bouclé-Effekte. Strickmäntel schwingen offen und leicht, feine Rollis werden auch mal in den Strickrockbund gesteckt, flaumhaarige Strickmodelle passen für Stadt und Land.

Strick, Walk und Nerzbesatz

Nerzbommelbesatz auch schon für Kinder-Ponchos im Mutter-Kind-Look oder Rosenstrickmuster für Mami und Mausi, für Jacke und Strickmäntelchen. Noch wird bei Verbrämungen oft auf Kunstpelz verwiesen, aber immer häufiger sind Echtpelze als Detail und Eyecatcher verarbeitet – etwa Kanin, Wiesel und Lamm.

Strickschals und –stolen werden von großen Strick-Dreiecktüchern abgelöst.

Gewalkt oder angewalkt wird mit Strick dem Winter getrotzt. In Fischgrat oder großen Blockkaros gestalteter Strichloden kommt in geraden Kurzmänteln oder Longjacken, für Damen und Herren, gut zur Geltung. Neben Karos in Grautönen oder Dunkelblau plus Grau tritt auch ein helles frisches Grün mit Grau auf. Auffallend: dickere Stoffqualitäten in „schwerer“ Optik, Schladminger Loden oder grob mit Noppen verwebter Fischgrat für einen „Ulster“-Manteltyp.

Britischer Glencheck kommt ansatzweise wieder, auch gesehen am schräg geschnittenen Plisseerock.

Schuhe: Spitz oder Block

Neben zugespitzten, flachen Pumps in Wildleder mit Lederschlaufe oder Ballerinas in Karostoff gibt es auch Dirndl-Sneakers und wuchtige, blockförmige „Wanderschuhe“ in Weiß mit dicker schwarzer Sohle, schwarzen breiten Bändern und Schuhkappe in Glitzerleder – unzählige Varianten sind durchzuspielen. Feste Stiefel in allen Schafthöhen locken ins Freie, edle Nappastiefel mit schafthoher Schnürung erinnern an Suffragetten-Schuhwerk.

Junge Gestalter, lokale Wertschöpfung

Je jünger die Anbieter, Designer, Produzenten sind, desto bewusster, so scheint es, werden Aspekte der lokalen Wertschöpfung und der Nachhaltigkeit betont. Da setzt man sich Entfernungslimits der einzelnen Produktions- und Zulieferstätten von fünf Stunden Fahrzeit, da werden alte Rundstrickmaschinen in Schwung gebracht, „kleine“ Handwerksbetriebe gefördert, ehemalige Materialien wiederentdeckt. Etwa die geschlagene Baumwolle einstiger Hochgebirgsbesteiger-Jacken für einen stark Wasser abweisenden Mantel in klarem Royalblau oder reine Schurwolle für klassisch gerade Hosen und topmoderne Karo-Culottes mit Bundfalten und konischem Zulauf sowie Bio-Baumwolle für extrafeine T-Shirts oder, sehr aktuell, Cordröcke. Mode und Qualität, junges Design und Sorgfalt für die Welt – hier liegt ein Schatz vergraben, auch bei den Taschen aus ökologisch bedrucktem Brennesselstoff, den echten Blaudrucktaschen, –rucksäcken und –beuteln mit Lederbesatz.

Alternativ zu herkömmlichen Filz- und Lodentaschen mit glitzerndem Hirsch tut sich auch etwas sehr Originelles: die geflochtenen Taschen aus feinem Ata-Stroh, in neuen Formen, gefüttert und mit Lederriemen umzuhängen. (+++)

*) Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form in Ausführung des Art. 7 B-VG auf Frauen und Männer in gleicher Weise.