• 28. - 30. August 2020
  • Messezentrum Salzburg

Aktuelle Pressemitteilung

S C H L U S S B E R I C H T

Tracht & Country Frühjahr 2020 in Salzburg:

Home of Alpine Lifestyle trotzt Corona Virus

Die Modetrends: Neue Denkweisen – neue Moden Innovationen und eine Renaissance alter Werte

© Reed Exhibitions/Andreas Kolarik

SALZBURG (5. März 2020). – Die neuen Mode-Kollektionen für die Herbst- und Wintersaison 2020/21 standen vom 28. Februar bis 1. März im Messezentrum Salzburg im Scheinwerferlicht. Veranstalter Reed Exhibitions hatte zur internationalen Fachmesse  Tracht & Country, Home of Alpine Lifestyle, geladen. Rund 260 Aussteller*) und Marken aus dem In- und Ausland und 2.940 Fachbesucher nutzten dieses führende Branchenformat.

Tracht & Country als Bollwerk im Messegeschehen

In den letzten Tagen vor dem Messestart wurden weltweit dutzende Messen aufgrund des Corona Virus‘, COVID-19, abgesagt. Nicht so die Tracht & Country in Salzburg. Die Branche stand eng zusammen und trotzte der Verunsicherung. Alle Aussteller waren angereist, die Besucherbilanz litt zwar quantitativ, aber nach Branchenaussagen nicht in punkto Qualität bzw. Odervolumina. „Angesichts der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen mussten wir zwar einen Besucherrückgang hinnehmen, die Stimmung war jedoch erfreulicherweise positiv“, berichtet Dr. Barbara Leithner, bei Veranstalter Reed Exhibitions als Managing Director für B2B-Fachmessen verantwortlich.

Konzeptionelle Neuausrichtung gut angenommen

Abgesehen von ihrer Kernaufgabe als Branchenmarktplatz leben Messen heute zunehmend von Emotionen und Inspirationen, also von der Inszenierung. Deshalb hat Reed Exhibitions mit der Frühjahresausgabe 2020 einen konzeptionellen Wandel der Tracht & Country gestartet, mit dem das alpine Lebensgefühl noch intensiver Einzug in die Messehallen gehalten hat. Exemplarisch dafür stand die neue Alpine Lifestyle Lounge sowie die grundsätzliche Inszenierung der Messe in den Hallen 3 und 5. So wurde z.B. die Hallenplanung optimiert, um eine bessere Besucherorientierung zu gewährleisten.

„Der neue Look & Feel hat bei Ausstellern und Fachpublikum viel Beifall gefunden“, freut sich Senior Event Manager Kerstin Reitterer. „Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen, bis die Neukonzeptionierung alle Bereiche der Tracht & Country umfasst“.

Der Stellenwert der Tracht & Country ist in der Branche unbestritten, dies untermauert die Aussage von Alexander Junker von Lodenfrey: „Wir sind froh, dass die Messe nach wie vor in Salzburg stattfindet. Wir schätzen diese Plattform, weil wir hier die Möglichkeit haben, innerhalb kürzester Zeit alle wichtigen Trachten-Fabrikanten zu sichten. Die neue Aufteilung und der Loungebereich haben uns gut gefallen.“

Ausstellerseitig ist Ähnliches zu hören. Geschäftsführer Michael Alten, Spieth und Wensky + Beckert: „Wir sind der festen Überzeugung, dass es für unsere Branche einen Ort der Begegnung, der Kommunikation und des konstruktiven Informationsaustausches zwischen Anbietern und Händlern geben muss. Zukunftsorientierte Konzepte, die der Marktentwicklung der nächsten 3-5 Jahre standhalten sollten, müssen zum Wohl der gesamten Branche konstruktiv diskutiert werden.“

Diana Möckl und Barbara Rosenberger, Geschäftsführung Marjo Leder & Tracht GmbH: „Für uns war und ist die Tracht & Country der wichtigste Termin des Jahres. Es muss das oberste Ziel sein, diese Plattform zu erhalten oder sogar noch auszubauen!“

Den Trend zur Nachhaltigkeit untermauerte auch der erneute Auftritt von INNATEX auf der Tracht & Country. Im INNATEX-Bereich wurden den Fachbesuchern die neuesten Trends textiler Nachhaltigkeit, Ökologie und Naturorientierung vorgestellt.

Die nächsten Branchenevents 2020

Als nächster Branchentermin steht am 21. und 22. Juli d. J. die Pre-Show Tracht & Country Premiere in der Brandboxx Salzburg auf dem Programm. Und Ende August (28. bis 30. 8. d.J.) wird sich im Messezentrum Salzburg die Tracht & Country Herbst präsentieren, bei der die Modellneuheiten der Kollektionen für die Frühjahrs- und Sommersaison 2021 im Mittelpunkt stehen werden.

Die Modetrends:

Neue Denkweisen – neue Moden

Innovationen und eine Renaissance alter Werte

Für Herbst/Winter 2020/21 tut sich in der Tracht- und Countrymode einiges. Jedoch vielschichtig: Einerseits springt das Neue sofort ins Auge und andererseits entdecken wir „Innovationen“, die keine sind – eigentlich Wiederentdeckungen, Wiederaufnahmen von Tradiertem, also eine Renaissance „alter“ Materialien, die jetzt als „neu“ gelten, „alter“ Handwerkstechniken, die „wieder neu“ und geschätzt werden, kleinräumiger Konzepte, die nach Globalisierungs-Überhang „innovativ“ sind ...

Lausmädel-Dirndln und Edel-Kleider

Bleiben wir vorerst bei den sichtbaren Trendentwicklungen. Bei der Trachtenmode erhebt sich naturgemäß sofort die Frage, wie es mit Dirndl & Lederhose aussieht. Gut! Nach stärkerer Purismus-Phase kommt ein wenig Verspieltes zurück, mit gemäßigtem Aufputz wie Perlenborten, Glanzschnürungen an Silberhaken, etwas üppigere Spitzenpracht für Schürzen und, aha!, auch wieder größere Dekolletés – die extrem zünftig hochgeschlossene Bluse konterkariert das Wagnis. Ebenfalls angetreten: Mini-Dirndl mit abstehendem Röckchen sowie Petticoats zur Formung schwingender Kuppelröcke.

Die Mehrzahl der Dirndl gibt sich zurückhaltend in ihrem Mustermix, viele Modelle sind in Korpus und Rock aus dem gleichen Stoff geschneidert – Unis, zarte Webmuster, feine Jacquards, dezente Druckmuster, oft nur Mini-Dots. Die Schürze als Stylingelement ist häufig in glänzender Uni-Seide gehalten. Manche Edel-Modelle täuschen mit hohen Kelchkrägen eine gewisse Prüderie vor, die natürlich keine ist. Beliebter Gegensatz: Hoch geschlossenes Dirndl, ärmellos und ohne Bluse.

Die Vielfalt der Winter-Dirndl

Um die Dirndl-Vielfalt zu verdeutlichen: Tweed im Oberteil, Tupfen-Baumwollrock mit Seidentaftschürze. Oder: Grünes Leder-Oberteil, grüner Rock mit Goldfäden, orange Glanzschürze. Cord-Oberteil in dunkelblau mit Jacquard-Rock in Blau-Gold und Schürze in royalem Taft. Dirndl mit Pelzrand am Woll-Oberteil, Fischgrät-Oberteil und fließender Rock...

Die Farben spannen sich von neutralen, grau-silbrigen, gedämpft-pastelligen Tönen bis zu neuem Orange, Karmesin, dunklem Grün und Blauabstufungen, sowie zu allen Braun- und Nusstönen, Ecru und Schwarz sowieso.

Lederhosen zwischen Alm und Kitsch

Die Lederhose gibt sich männlich bis zum Macho-Touch. Raffinesse gilt auch für Lederhosen-Schnitte, also elegant an die „Hax’n“ geschmiegt, mit sichtbarem Tragekomfort. Diese „adaptierten Klassiker“ enden bis knapp überm Knie, oder reichen ein bisschen darüber. Stickereimotive wie eh und je, in aufwändiger händischer Feinarbeit gefertigt, auch mit neuen Motiven, vom Bayerischen Löwen bis zur Phantasie-Arabeske. Sicher günstig: Wilde Drucke statt Stickerei auf der Hose. Zur Lederhose zeigt man Shirts mit Motivdrucken, Hirschköpfe wie eine „Ahnengalerie“ auf Mannes Brust oder Motive mit Bergsteiger-Equipment oder Autos vor Bergkulisse ... Vielfältig ist die Auswahl an Karohemden für „Jaga“ und „Freizeitler“. Joppen in Loden sind immer Evergreens, ebenso die Hirschleder-Joppen. Darunter passen edle hochgeschlossene Gilets mit reich gestalteten Jacquardstreifen. Niedliche Leder-Pants in Maisfarbe oder Jeansstoff, bestickt und mit Hosentürl ausgestattet, bieten sich für Girlies an.

Wenn junge Leute das Alte erneuern

Ein anderer Wind weht durch die Stände mit bewusstem Hintergrund, der oben erwähnten Renaissance einst üblicher Materialien, heimischer Provenienz und Fertigung, bewusster ökologischer Quellen und Nachhaltigkeit in jeder Hinsicht. Regionale Manufakturen und kleine Werkstätten, die Zeiten der Auslagerungen überlebt haben, kommen nun zum Zug. Meist beauftragt von jungen Designern, jungen Unternehmen und natürlich genauso von den „gestandenen“ Firmen, die im Prinzip immer regional und ökologisch sauber gearbeitet haben, als dies noch kein gehyptes Thema war.

Cordhosen, Capes und geklebter Lodenmantel

Heimischer Loden für Schladminger und Wetterfleck (nicht nur für Jäger), Damen-Capes mit oder ohne Ärmel, federleicht, Pelzkrägen und –manschetten, leichte Merino-Stretchhosen mit Galonstreifen aus Ziegenvelours, Culottes und tatsächlich neu am Lodensektor: gelaserter Zuschnitt eines Mantels, der nahtlos ausschließlich geklebt ist, leicht und glatt ohne Nahtwülste.

Materialmix ist fast ein Muss für Herren-Outdoorjacken, etwa Loden und Walkstrick oder technisch-funktionelle Materialien, meist mit Kapuze.

Cordhosen und -Joppen, Cord-„Leder“-Hose, Cordröcke, Feincordjacken mit Glattsamtborten und Feincordkleider mit Rüschen im Westernstil, ausgestellte Röcke mit Bordüren in Knielänge oder Midiröcke und, ganz wichtig: lange, weit ausschwingende Glockenröcke, etwa im allover Blatt-Jacquardmuster, abgeleitet aus dem Jugendstil. Praktisch: Der Dirndlmantel, geeignet auch über weite Röcke zu tragen.

Glencheck, Melé und Hahnentritt

Samte und wieder Chenille für Strick und Gewebe, Wollspitzen, Tweed und Bouclé, neuerdings mehrfach Pepita und Hahnentritt in Loden oder auch Jersey-Pepita als Kombiteil, Glechcheck mit Melé-Loden kombiniert, Samtjacken mit Posamenten oder ausgewählten Schmuckknöpfen, Double Face-Kurzmäntel mit Karoseite, Nadelstreif und – als Anleihe aus der urban Fashion: Puffärmel für taillierte Jacken und neue Wickelrockformen. Mink-, Kanin-Pelzchen und Lammfell für Krägen (auch bei Kindermänteln) und für zierliche Verbrämungen, etwa entlang der Knopfleiste. Wieder längere Jacken und Gehröcke, für Damen und Herren, auch Jacken im Biker-Stil. Die Farb- und Mustervielfalt bei Jacquard-Gestrickem ist nahezu unendlich.

Die Sprache der Materialien

Schafschurwolle aus den Alpen, Merino, Alpaka, Cashmere, Seide, Hanf, Leinen, Brennnesselstoff – immer schon da und doch wieder neu. Echt neu in den Mischungen: Hanf mit Bio-Baumwolle, mit Wolle oder mit Recyclingstoff; oder Organic Cotton plus Wolle, Recycling-Baumwolle mit neuer Lyocellfaser. Wieder entdeckte geschlagene Baumwolle, Deutschleder (ein Baumwoll-Atlasgewebe), Wollen aus kontrollierter Tierhaltung. Noch unüblich: Wolle aus den Haaren von Opossumfell aus Neuseeland, wo Opossums zwecks Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts gejagt werden müssen. Nun leben sie in kuscheligen Pullis und Jacken weiter.

Extravaganz auch am Fuß

Eine Designerin belegt die Herkunft ihrer Stoffschuhe: Loden aus den Alpen, Baumwolldrucke aus dem Alpenvorland, Leinen aus dem Mühlviertel, das Leder ebenfalls ökologisch und nachverfolgbar, faire Produktion in einer Werkstatt in Spanien – Pumps, Slingbacks, runde und spitze Ballerinen, bunt und fröhlich.

Oder alles Loden: Stiefletten und hohe Schnürer mit Lederkappe, Loden-Stiefletten und -Chelseas oder Leder-Sneakers mit Cashmere-Futter. Schuhe mit Herkunftsangabe, gewaschenes Glattleder für feste Schuhe in Bergschuh-Optik mit Hakenschnürung, Schnürstiefel für Damen, schlank und knöchelbedeckend oder kniehoch, flach oder mit auffallendem Absatz. Lustig: Loden-Sneakers in Karo-Dessin.

Was sich verändert

Hinter den Kulissen werden bewusst neue Schwerpunkte gesetzt: Nachvollziehbare Produktionsketten, Verpackung ohne Plastik, Rücknahme von Kleiderbügeln, soziale Arbeitsbedingungen, und interessant: firmeninternes Netzwerken – wenn ein Händler in der Region XY einen Artikel schlecht verkauft, ein anderer anderswo hingegen gut, vermittelt der Hersteller eine Verschiebung der Ware – wäre doch schade, edle Stücke im Ausverkauf verschleudern zu müssen.

„Was geht, das geht“, sagt ein Hersteller, mehr ist nicht möglich, eine optimale Kapazität wird nicht zwanghaft erweitert. Das ergibt neue Selbstbeschränkung zur Wahrung der Qualität von Ware und Arbeit, das steht für Fairness und Wertschätzung. (+++)

*) Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form in Ausführung des Art. 7 B-VG auf Frauen und Männer in gleicher Weise.

 

Reed Exhibitions Österreich

Reed Exhibitions Österreich ist eine Tochter des in London ansässigen Reed Exhibitions Konzerns (RELX-Group), der als einer der weltweiten Marktführer im Messe- und Veranstaltungsgeschäft in mehr als 40 Ländern tätig ist. Zur österreichischen Firmengruppe gehören Reed Exhibitions Messe Salzburg, Reed Exhibitions Messe Wien, Exklusivbetreiber der Messe Wien, und STANDout, eines der Top 20 europäischer Messebau-Unternehmen. Reed Exhibitions Österreich ist mit ~370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten Salzburg, Wien, Linz, Wels und Düsseldorf tätig.

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